Lernen mit dem “Pareto-Stift”

Repost: Dieser Beitrag ist auf meinem alten Blog (den es inzwischen nicht mehr gibt) im Februar 2013 erschienen. Kürzlich ist das Thema Lernen im Gespräch mit einer Bekannten aufgekommen. Eine kleine Anmerkung zu diesem Beitrag: Auch wenn "So viel wie nötig & so wenig wie möglich" ein gutes Motto ist, gibt es durchaus Bereiche wo es manchmal nicht zur Anwendung kommen sollte. Lernen gehört meiner Meinung nach zu diesen Ausnahmen. Wissen kann man nie genug! Im Prüfungstress ist diese Haltung aber nicht hilfreich, deshalb hier jetzt nochein mal für alle die gerade ein neues Semester anfangen mein alter Blog-Beitrag für euch:

Lernstoff priorisieren

Was soll ich zuerst lernen!? Beim Priorisieren des Lernstoff nach dem Pareto-Prinzip geht es darum das Wichtigste herauszufiltern und die Priorität bewusst darauf zu richten. Gelernt werden dann schon mehr als 20% aber mit dem guten Gefühl es anzugehen ohne unterzugehen 😀

Mit 20% Aufwand erreichen wir 80% unseres Erfolges
Vilfredo Pareto

Den heutigen Tag habe ich mit einem Freifach am Kollege verbracht, das eher Workshop-Charakter hat. An einem Samstag im Monat kommen SchülerINNen aus den verschiedensten Klassen, Semestern und Ausbildungsformen unter der Führung zwei sehr kompetenter Professorinnen zusammen um, von ihnen angeleitet, Übungen, Spiele und praxisbezogene Therorie zum Thema “Persönlichkeitsentwicklung und Lebensplanung” (kurz PELP) zu erleben. Es ist ein Tag auf den wir uns immer sehr freuen!

Natürlich werden hier zwischendurch auch Erfahrungen ausgetauscht und viel über alle möglichen Aspekte der Ausbildung getratscht. Ich denke dieser Austausch ist deswegen sehr interessant, weil die Geschichten, Rahmenbedingungen und Kulturkreise der TeilnehmerINNen sehr unterschiedlich sind.

Tips und Tricks beim Lernen sind in diesem Kontext natürlich immer  gefragt und nachdem einer meiner Inputs mit Überasschung und Zustimung aufgenommen wurde, möchte ich das zum ersten Thema machen.

Das Pareto-Prinzip

Geradliniges Lernen von vorne bis hinten mag zwar durchaus seine Berechtigung haben, aber nachdem in meinem Leben sonst auch alles Wichtige priorisiert von mir angegangen wird, denke ich, dass das für das Lernen ebenfallss zutreffen sollte. Vor allem wenn die Zeit knapp und der Lernstoff viel ist.

Das Pareto-Prinzip möchte ich an dieser Stelle nicht nochmal erklären, weil es recht bekannt ist und bei Bedarf auch nachgelesen werden kann.

Kurz gesagt:

  • für manche Anwendungen kann man behaupten, dass mit
    20% Leistung/Zeit/Aufwand/… ca. 80% Ergebniss/Ertrag/… erziehlt werden können

also anders gesagt

  • ein geringer Teil dessen was ich beispielsweise an Zeit oder Energie in eine Sache hineinstecke,
    bringt fast den gesamten Nutzen

Die Schwierigkeit liegt meistens darin zu erkennen:

Welche sind diese wenigen (20%) Tätigkeiten, die mir so viel Nutzen bringen?

Wenn man diese Frage beantworten könnte, wäre die Sache recht einfach.

Mein bester Freund beim Lernen: Der rosa Stift!

Und genau hier kommt nun mein bester Freund ins Spiel:
der rosa Stift!

Immer wenn der Professor bzw. die Professorin sagt:
“Das könnte zur Prüfung kommen!”
“Das ist etwas, dass sie auf alle Fälle wissen müssen!”
dann wird es rosa markiert oder in rosa geschrieben.

Absolut essentiell!:
Den rosa stift niemals, niemals, niemals, für etwas anderes verwenden! Er ist ausschliesslich für absolut Prüfungsrelevanten Stoff reserviert!

 

Wenn es daran geht den Prüfungsstoff zu sichten

  • … blättere ich meine Notizen durch und erstelle eine rosa Liste mit allen Themen/Fragen, die rosa sind.
    (“rosa Kategorie”, Kategorie A)
    Die Seiten/Kapitel davor die unbedingt relevant für das Verständnis sind, werden dazu notiert mit dem Vermerk “vorher durchlesen”
  • Die Kapitel die rundherum sind, bzw. auch wichtig erscheinen, kommen als nächstes auf die Liste
    (Kategorie B)
  • Die Kategorie C enthält dann den Rest des Lernstoffes
  • (Die Kategorie D ist quasi “der Mülleimer”, da kommt alles hinein was mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geprüft wird)

Der Rest ist dann gar nicht mehr so schwer

Je nach Komplexität und Fach

  • lese ich zu einem Kapitel zuerst die “vorher durchlesen”-Seiten (vielleicht im Fitnesscenter, in der U-Bahn oder wenn ich mal zwischendurch eine Lücke habe)
  • und lerne dann sehr gründlich die “Rosa Fragen”.
  • Dannach lerne ich Kategorie B und wiederhole unterwegs oder zwischendurch die Rosa Fragen.
  • Dann kommt Kategorie C, falls noch Zeit ist, aber da investiere ich nur ein Minimun an Energie beim Lernen. Gerade soviel, dass ich ein oder zwei Schlagworte parat habe falls eine diesbezügliche Frage zur Prüfung kommt. Von diesem Schlagwort weg kann ich dann bei der Prüfung (wenn ich vorher  alle anderen Fragen aus den Kategorien Rosa und B beantwortet habe) versuchen zu  improvisieren um noch da und dort ein paar Punkte herauszuholen.

Meiner Meinung nach ist das keine besonders gefinkelte Priorisierungsmethode für Lernstoff, aber nachdem ich immer wieder feststelle, dass Kolleginnen und Kollegen sehr positiv überrascht von dieser Vorgehensweise sind, wollte ich es teilen. Natürlich werden nicht wirklich nur 20% des Stoffes gelernt (das fände ich sogar ziemlich schlecht), aber es geht um das Prinzip das Wichtigste zu finden und die Priorität bewusst darauf zu richten.

Ich persönlich finde es sowohl einfach als auch praktisch und verlasse das Haus niemals ohne meinen rosa Freund! 😀

Viel Spaß beim Lernen!
Nathalie Karasek


 

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